Mein Meilenbuch im Netz

Monat: Mai 2017

Skjöll- 3. Fahrt Überführungstörn Schleuse Giesenau – Kiel

Früh morgens hieß es Leinen los und die letzten 60 km des Kanals zu bewältigen. Unser Volvo Diesel tuckerte gemütlich vor sich hin und mit 5 Kn ( ca. 9 km/h) ging es Richtung der Schleuse Holtenau. Zeitweise mit der Unterstützung der Genua, was aber bei ziemlich genau achterlichen und nicht allzu starken Wind manchmal mühselig war. Der hohe Bewuchs an Bäumen und Hecken hielt den Wind fern. Aber immerhin konnten wir einige Kilometer mit weniger Drehzahl schneller vorankommen.

Das Schleusen war richtig spannend. Weil die alten Schleusen so marode sind, dass sie geschlossen wurden und eine der großen Schleusen in Revision ist, durften oder mussten wir mit den großen Pötten in die Schleuse. Schon echt beeindruckend direkt neben so einem Frachter zu liegen, wohl wissend, dass die Wirbel der Schraube unser Boot umwerfen und unter Wasser ziehen könnten, wenn der Kapitän richtig Schub gibt.
Auf der Kieler Förde war richtig Wind, etwa 5-6 bft und leichte Schaumkronen auf den Wellen. Da für den kommenden Tag 6 bft mit Böen von 8-9 bft (!) aus West vorhergesagt wurden, entschieden wir uns den Hafen Düsternbrook anzulaufen und den Mittwoch in Kiel zu verbringen. 
Das „Einparken“ der Skjöll ist immer noch ein kleines Abenteuer, denn als Langkieler braucht sie ein wenig mehr Zeit auf das Ruder zu reagieren und rückwärts fahren fällt unter die Rubrik „Abenteuer mit unbekannten Ausgang“. So waren wir dann auch rechtschaffene müde, denn die erste Box war ein wenig zu kurz und so mussten wir nicht nur im Kopf umparken.
 

Skjöll – 2. Fahrt – Überführungstörn Cuxhaven – Schleuse Gieselau

Kurz nach 12 Uhr hieß es Leinen los und auf nach Heiligenhafen. Als Etappenziel hatten wir die Schleuse Gieselau im Nord-Ostseekanal angepeilt. Wenn ich wir schreibe, dann meine ich den Miteigner der Skjöll Gerd und mich. Heute war ich auch das erste Mal Skipper of the day. Es ist vorgeschrieben, dass dieser vor Fahrtantritt festgelegt wird. Auch wenn man sich gut versteht eine sehr sinnhafte Regelung.

Leider war der versprochene Westwind von 3-5 irgendwo verloren gegangen und so musste die eiserne Genua (unser 3 Zylindern Volvo Diesel) für Vortrieb sorgen. Mit Marschfahrt (knapp 1800 Umdrehungen und 5 Knoten) ging es Richtung Brunsbüttel. Dort mussten wir 45 Minuten auf die Schleusung warten.
Das Schleusen selber war unproblematisch und unspektakulär . Man legt einfach an den Schwimmstegen an und wartet bis das Wasser gefallen ist. Dann standen 40 km Kanalfahrt an. Anfangs noch interessant kehrt schnell Langeweile ein, dann man die meiste Zeit nur Hecken und Gebüsch am Ufer sieht. Gegen 21 Uhr waren wir dann am Ziel angekommen. Ein traumhafter Liegeplatz in absoluter Ruhe war die Belohnung für die lange Fahrt. Kochen, Essen, Natur geniessen und dann ab in die Koje.
 

Skjöll- 1.Fahrt – 07.05.2017

Nachdem wir doch mehr am Boot zu arbeiten hatten und immer noch nicht fertig waren, haben wir dann am Sonntag doch noch den ersten Törn gemacht.

 
Nach dem Frühstück an Bord hieß es Leinen los. Zunächst hatten wir geplant, dass wir Richtung offene See segeln, mussten uns aber dann dem Strom der Flut beugen und haben Kurs Richtung Brunsbüttel gesetzt. 
Schon beeindruckend die Kraft der Gezeiten und auch die großen Pötte mit 300m und mehr lassen unser Schiff recht zerbrechlich und klein wirken. 
 
In Brunsbüttel wendeten wir und setzten Kurs Richtung Cuxhaven.

  

Bei der Hafeneinfahrt wurde es nochmals spannend und wir fuhren mit Vollgas durch die Lücke, als Neulinge hatten wir den Strom (Ebbe & Elbe) unterschätzt.
Ein toller erster Segeltag, der uns gezeigt hat, dass wir das richtige Boot gewählt haben!
 

Astraea – 1. Fahrt 2017

Nachdem die beiden letzten Tage mehr vom Abenteuer, als vom Segeln geprägt waren, wurde das heute nachgeholt. Ordentlich  Wind und gutes Wetter ermöglichten den ersten Törn rund um den Wilhelmstein. 9,3 Seemeilen, heftige Lage und coole 6,3 Knoten machten Spaß. Der Wind war zwar hart an der Reffgrenze, aber das erschüttert so eine Neptun 22 Miglitsch nicht.

Da war dann ein 360 Grad Grinsen angesagt.
 

29.04.2017 Skjöll – nun endlich im Wasser!

Das war echt wie Weihnachten. Das lange Warten, die Vorfreude und dann war es endlich so weit.   Das Boot bekam morgens, noch kurz vor dem Einkranen, den neuen Namen und dann war das Boot im Wasser. 

Die erste Runde im Hafen endete gleich mit dem ersten Notfall. Der Motor ging aus und ließ sich nicht mehr starten. Dabei gab es sogar vorher einen Probelauf. Also Schlepphilfe anfordern und wir wurden zum Liegeplatz geschleppt. Ein Monteur war, dank Brigitte, der Frau des ehemaligen Eigners, gleich zur Stelle. Der Diesel war in den zwei Jahren wohl umgekippt und wurde komplett abgepumpt. Dann schnurrte der Motor wieder wie ein Kätzchen.

 

Bald darauf wurde der Mast gestellt – die Unterstützung durch den Verein Liegegemeinschaft Cuxhaven Fährhafen war einfach sensationell! Super nette Leute, tolles Vereinsheim! Der Hafen ist allerdings nicht mehr der Fährhafen, sondern der geschichtsträchtige Amerikahafen.

Da liegt nun das Boot. 
 
 

Leider konnten wir das Großsegel noch nicht anschlagen, es war schlicht zu windig. Das nächste Wochenende kommt bestimmt!
Spannende Tage, viel über das Boot gelernt, nette Menschen kennengelernt – die Saison kann beginnen! Danke Brigitte, Danke LCF – ihr wart Spitze!

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